Gerrit Peters

TASEK

Gerrit Peters begann seine Karriere als Graffiti-Künstler bereits in den 80er Jahren.
Er gibt sein vielfältiges Wissen auch gerne weiter – als Leiter von Workshops oder als Dozent an Kunstschulen.

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Gerrit Peters (TASEK) lebt und arbeitet seit 1997 in Hamburg. Dabei ging es ihm stets um das Niederreißen ideologischer Mauern mit künstlerischen Mitteln, um ein kreatives Hinwegsetzen über gesellschaftlich auferlegte Grenzen. Im Zuge dessen existieren für TASEK auch keinerlei stilistischen oder methodischen Grenzen mehr, sodass die Erweiterung seines künstlerischen Horizonts um unzählige Facetten im Laufe der Jahre nur als logische Konsequenz bezeichnet werden kann.

Ob grobe Zeichnungen, strenge Schriften, freie Kalligrafien – TASEK ist in der Lage, seine visuellen Visionen auf jede erdenkliche Art und Weise umzusetzen. Er beherrscht die Arbeit mit der Sprühdose genauso wie mit dem Farbroller, ist im Siebdruck genauso bewandert wie in der Malerei, erstellt Computergrafiken genauso versiert wie Bleistiftskizzen oder Installationen.
Kernelement seiner Arbeit ist stets die kreative Interaktion mit seiner Umgebung – und zwar auf eine formal sehr klare, inhaltlich jedoch häufig abstrakte Art und Weise. Themen wie Überinformation, Massengesellschaft, Übermaß und Konsum spielen in TASEKs Kunst eine zentrale Rolle. Der öffentliche Raum mit seinem Informations-Supergau steht dabei im Kontrast zur Notwendigkeit, Dinge im Alltag wahrnehmen und gleichzeitig ignorieren zu können. Mit typografischen Mitteln, klaren Farben und reduzierten Formen bringt TASEK dieses Missverhältnis künstlerisch zum Ausdruck, überträgt es auf eine visuell erfahrbare Meta-Ebene und bricht es anschließend herunter auf seine inhaltliche Essenz.

Bezeichnend dafür ist die Wandarbeit „Repeat“. Durch die mantrische Wiederholung der Wiederholung werden komplexe, sich ständig verändernde Gesellschaftsstrukturen widergespiegelt – und gleichzeitig reduziert auf eine sich selbst benennende Formel: Repeat. Ein Motiv, das vollkommen entrückt ist von Ort, Inhalt und Funktion, gleichzeitig jedoch konsequent seinen Gesetzmäßigkeiten folgt; gefangen in sich selbst.
Trotz der grafischen und inhaltlichen Strenge solcher Arbeiten, ist im Schaffen TASEKs stets Platz, um klassischen Kunstströmungen zu folgen und seinen gestalterischen Wurzeln nachzusinnen. Alte Stile werden gepflegt, der respektvolle Umgang mit den Errungenschaften künstlerischer Vorreiter ist für TASEK eine Selbstverständlichkeit.

Mittlerweile selbst ein international anerkannter Vertreter seiner Zunft, der in Kooperation mit anderen Künstlern weltweit Arbeiten realisiert hat, gibt TASEK sein vielfältiges Wissen auch gerne weiter – als Leiter von Workshops zum Thema Graffiti und Urban Art, als Dozent an Kunstschulen sowie als Referent an Museen und Universitäten.


Mirko Reisser

DAIM

Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet er als freier Künstler in Hamburg und hat sich durch aufwändige Produktionen und die Konstituierung eines speziellen 3D-Stils einen internationalen Namen gemacht hat.

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Mirko Reisser wurde 1971 in Lüneburg geboren. 1989 begann er mit der Sprühdose unter dem Namen DAIM zu arbeiten. Seine Detailverliebtheit und die Ausführung seiner Arbeiten machen ihn seit über 20 Jahren zum Vorbild für viele Graffiti-Aktive. 

In seinen Arbeiten gelingt Reisser der schwierige Balance-Akt zwischen technischer Vielseitigkeit und individueller Ausdrucksweise. Seine geometrischen Buchstaben und Figuren orientieren sich an physischen Gegebenheiten wie Licht und Schatten, überwinden in der Durchführung jedoch die Schwerkraft und biegen die Realität. Linien schaffen Formen, aus Farben wird ein Gefühl; kraftvoll wachsen architektonisch anmutende Gebilde in den Raum. Die Ruhe der Flächen trifft auf die Spannung dynamischer Elemente, die das Bild ergänzen, teilen und durchqueren. Betrachter werden in seine Bilder förmlich hineingesogen und fühlen sich versetzt in eine neue Dimension.

Seine Wurzeln liegen eindeutig im Graffiti. Doch auch andere Einflüsse mischen sich unzweifelhaft in seine Werke: Grafik, Malerei, Kalligrafie und vieles mehr. Stets auf der Suche nach einem kreativen Zugang zu seiner Umgebung, gestaltet er urbane Landschaften farbenfroh um. Seine herausragende künstlerische Handschrift verbindet die verschiedensten Techniken, Inhalte und Orte miteinander, wo auch immer DAIM seine Spuren hinterlässt. Durch seinen hohen Wiedererkennungswert ist sein Stil international bekannt. Dadurch beeinflusst er heranwachsende Generationen junger Künstler auf der ganzen Welt.


Heiko Zahlmann

RKT ONE

Seit über 30 Jahren Graffiti-Künstler. Heute arbeitet er vor allem mit der Sprühdose an der Gestaltung riesiger Wandbilder. Seitdem er auch im Atelier tätig ist, verzichtet er zunehmend auf den Einsatz gemalter Effekte.

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Zahlmann wurde 1973 in Hamburg geboren.

Der Kunstkritiker Hajo Schiff schrieb über ihn: „Heiko Zahlmann hält es für falsch, Graffiti einfach auf Leinwand und ins Zimmer zu bringen. Denn das Besondere von Graffiti im Außenraum kann nur mit Mühe als Tafelbild domestiziert und in den geschlossenen Kunstort herübergerettet werden. Auf Betontafeln erweist er den einfachen Markierungen seiner Wurzeln seine Reverenz und gibt so auf dem, sozusagen, originalen Material im neutralen Ausstellungsraum eine Ahnung von der Kraft der Setzung, die schon ein einfacher gesprühter Strich erreichen kann.
(…)
Ohne Probleme passen Heiko Zahlmanns neue Atelier-Arbeiten mit Acryl in einen Ausstellungsraum. Sie nehmen zwischen tradiertem Tafelbild und reliefiertem Bildkörper eine Zwischenstellung ein – es gibt übrigens auch ganz von der Wand gelöste freistehende Stelen.
(…)
Die perspektivisch genau berechnete, harte Form, sie ist zur plastischen Dreidimensionalität geworden; und die typischen nebeligen Übergänge, sie sind an das in der Dreidimensionalität wirkende Spiel von Licht und Schatten abgetreten. Die Dynamik des schnell gesprühten Schriftzuges wird zur Form, mit der Licht und Schatten mit dem vor Ort vorgefundenen Licht spielen. Der Sprayer ist zum Maler, zum Plastiker, zum autonomen Künstler geworden.
Denn so wenig wie die Bezeichnung ‚Graffiti’ etwas über den Status einer Arbeit innerhalb eines inzwischen weiten Feldes verschiedenster Erscheinungsformen aussagt, so grundlegend bleibt immer der Bezug zur Schrift – zumindest zur Geste des Schreibens. Und so sind auch diese Arbeiten Schriften von mehr oder weniger hermetischen Fragmenten einer individuellen Künstlerschrift bis hin zu längeren Texten. Da bleibt Heiko Zahlmann ganz Sprayer.”



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